Bluthochdruck - Hintergründe, Folgen, Prävention
Veröffentlicht von Dr. Adrian Kleemann · Dienstag 14 Apr 2020 · 3 Minuten
Tags: Gefahren, des, Bluthochdrucks, Erkennung, Bluthochdruck, Prävention, von, Folgeschäden, des, Bluthochdrucks
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Bluthochdruck
Ein nicht erkannter oder unzureichend behandelter Bluthochdruck schädigt langfristig die Blutgefäße, das Herz, die Nieren und das Gehirn über viele Jahre und führt u. a. zu Herzinfarkt, Herzschwäche, Schlaganfall.
Wie entsteht Bluthochdruck ?
Bluthochdruck ist eine Erkrankung des Gefäßsystems mit regelmäßig erhöhten Blutdruckwerten (RR >150/80 mmHg). Neben einer angeborenen Neigung zum Bluthochdruck können auch organische Ursachen (Nierenschwäche, Tumoren der Nebennierenrinde, Verengung der Nierengefäße u.a.) zu dieser Erkrankung führen. Bei knapp 90% der Erkrankten ist eine organische Ursache nicht erkennbar (angeborenes Leiden).
Wir wird die Erkrankung diagnostiziert ?
Da der Blutdruck im Tagesverlauf starken Schwankungen unterworfen ist, taugen Einzelmessungen (z.B. beim Hausarzt oder im häuslichen Setting) NICHT zum frühzeitigen Erkennen ! Eine Tendenz zur Entwicklung eines Bluthochdruckes kann frühzeitig durch die Echokardiographie (Ultraschall des Herzens) und Langzeit-Blutdruckmessungen (über mind. 24 Std.) erkannt werden.
Empfehlung:
Wir empfehlen allen Patienten über 40 Jahre eine entsprechende Frühdiagnostik, um die Entwicklung der Erkrankung zu stoppen und Spätschäden zu vermeiden. Risikopatienten (z. B. Raucher, positive Familienanamnese) sollten die Diagnostik unbedingt schon früher durchführen lassen!
Was sind die Folgen eines Bluthochdrucks?
Neben den nebenstehenden beschriebenen Folgen, zeigen sich im Verlauf ganz typische Schädigungen am Herzen.
Phase 1:
Der nicht erkannte oder schlecht eingestellte Bluthochdruck führt zu einer Zunahme der Herzmuskeldicke auf der linken Seite des Herzens.
Der nicht erkannte oder schlecht eingestellte Bluthochdruck führt zu einer Zunahme der Herzmuskeldicke auf der linken Seite des Herzens.
1 normales Herz
2 deutlich verdickte linke Herzkammer

Phase 2:
Aufgrund der Zunahme der Dicke der linken Herzwand bildet sich eine Asymmetrie des Herzens aus. Diese führt zu einer Undichtigkeit der Mitralklappe (Herzklappe zwischen linkem Herzvorhof und linker Herzkammer). Hierdurch wird die linke Herzkammer mehr belastet, da mehr Blut gepumpt werden muss; die Wanddicke nimmt weiter zu, die Undichtigkeit wird größer. Ein Teufelskreis!
Blaue "Fahne" rechts oben:
Undichtigkeit der Mitralklappe (zwischen li. Vorhof und li. Herzkammer)
Undichtigkeit der Mitralklappe (zwischen li. Vorhof und li. Herzkammer)

Phase 3:
Die Volumenbelastung der Vorhöfe durch die Undichtigkeit der Klappen führt zu einer stetigen Größenzunahme. Dies ist insofern bedeutsam, da in den Vorhöfen die „Elektrik des Herzens“ beheimatet ist. Durch die Vergrößerung werden hier elektrische Strukturen geschädigt, Herzrhythmusstörungen entstehen - das s.g. Vorhofflimmern. Die Patienten sind nun extrem schlaganfallgefährdet und benötigen lebenslang eine Blutverflüssigung mit Antikoagulantien (Marcumar).

Phase 4:
Durch jahrelanges Vorhofflimmern wird der Herzmuskel geschädigt --> zunehmende Schwäche des Herzens, die sich durch abnehmende Leistungsfähigkeit, Wasseransammlungen im Körper (Ödeme [„dicke Beine“]) und Atemnot bei Belastung zeigt. Der Endpunkt ist mit einer dauerhaften Sauerstofftherapie und/oder Herztransplantation erreicht.
Prävention:
Aus oben genannten Gründen ist es extrem wichtig, diesen Kreislauf frühzeitig zu unterbrechen, damit Folgeschäden vermieden werden können.
Wir beraten Sie gerne !
